Das Tal der Ahnungslosen

Das Tal der Ahnungslosen – so wird Dresden ja aufgrund seiner Kessellage und seines schlechten Medienempfangs auch genannt.
Nicht nur deswegen, meiner Meinung nach, wenn man sich die Dresdner anschaut. Wie die meisten Ost-bewohner (ja, nicht alle, hoffi, aber signifikant viele) gerne die Augen vor dem verschließen was nicht passt, und in ihren Glashäusern offene Türen (zum Werfen von Steinen) haben.
Gefühlter Ausländeranteil, Extremisierung der Gesellschaft, Volksverdummung, Abwanderung, die Abgeschlossene Einkommensanpassung, der Mangelnde Umgangston (in Dresden „Knorrigkeit“ genannt) – alles Sachen, die man nur an den „Anderen“ sieht.

Nun gut, sag sich da mancher, ist ja auch nicht schlimm, war ja bekannt. Mir nicht, denn ich dachte, das Vok hätte aus den Fehlern gelernt, wie manche ’89 gehofft haben. Ein Traum von 16 Millionen empirisch geschulter Demokraten mit freiheitlich- respektvollem Umgang, das war dann doch nciht so…

Auch egal, diese Ochsentour ist jetzt zumindest vorbei (vorläufig) und ich bin nach einer Fahrt mit 2 Michaels (beide Publizistik-studenten in Mainz) wieder in Hessen, wo alle normal sind (wer da den Fehler findet, darf ihn behalten) und werde nun Auspacken, Aufräumen, Waschen und einfach allgemein nach Hause kommen. Gott, wie habe mir Internetanwchluß, NZZ, Stereoanlage, Chat, meine Bilder und der Balkon gefehlt…

Mir fällt spontan auf, das ich abgesehen von der „Dresdner SItuation“ und dem Wunsch nach einem paar neuer Boxen (Meine sind schon seeeeeehr marode) eigentlich vollkommen zufrieden mit meinem Leben, so wie es ist, bin.

Die „Dresdner Situation“ die ich ja hier und da schon angedeutet hatte, ist zwar noch nicht bereinigt, geschweige denn einvernehmlich oder gar zufriedenstellend gelöst, aber ich habe beschlossen, bis zum 11ten oder 13ten Januar eine Entscheidung zu fällen. Die „positive“ Entscheidung ist aber durch den Besuch nicht gerade leichter geworden – in der Tragödie spielt neuerdings auch wieder ein gewisser Bundeswehrproll (Wo ist „friendly fire“, wenn man es mal braucht – kennt einer der Leser da eine Website, wo man das bestellen oder anordnen kann? ) , ein paar Vertrauensbrüche und eine allgemeine Rat- und Perspektivenlosigkeit mit.

Aber was soll’s, so fängt das Jahr zumindest schon mal auf dem falschen Fuß an, und das hilft mir ja auch, meine guten Vorsätze fürs neue Jahr eher einzuhlaten. Diese sind:
– weniger Rauchen
– mehr Sport
– weniger Großmäuligkeit
– mehr Engagement
– die alten Baustellen vom letzten Jahr aufarbeiten. DIe alten Baustellen sind: Weniger Rauchen, Mehr Sport, weniger Großmäuligkeit…

Habt ihr, vereehrte Leser, Vorsätze?

4 Comments

  1. Pat 4. Januar 2007

    Der beste Vorsatz ist keine Vorsätze zu haben. Entweder das Leben ändert sich von selbst oder nicht. Meistens dann halt eben nicht. Und solange rauchen wir fröhlich weiter, treiben Unsinn statt Sport, trinken uns das Leben schön und geben zu viel Geld aus, für Sachen von denen wir denken, dass sie das Leben schöner machen. Pustekuchen und sch… auf Vorsätze. Wir werden sowieso alle glücklich. Willkommen im neuen Jahr!

  2. 7an 4. Januar 2007

    sympathischer fände ich:

    – mehr rauchen
    – weniger sport
    – mehr großmäuligkeit und
    – weniger Engagement

    sehr schön auch dieser gute Vorsatz für das neue Jahr: Gero von Randow will mehr rauchen.

    bin natürlich gegen das rauchen allgemein, aber noch mehr gegen gute jahresvorsätze. es sollten nur konsequent schlechte erlaubt sein.

    ich glaube zum beispiel, ich werde weniger sport machen, vielleicht auch gar keinen mehr. finde es übrigens furchtbar sport zu machen, weil man was für die figur tun will. ist genau so sinnlos, wie weniger rauchen zu wollen, weils nicht gut ist. klappt auch nicht auf dauer. und beim sport, tja, da habe ich persönlich gerade nix, was ich wirklich gerne mache. glaube, dass auch einer der gründe, warum viele nur bis anfang 20 konsequent sport betreiben ist, dass sport in der jugend fast das einzige ist, wo man seine männlichkeit und stärke behaupten kann. später hat man das nicht mehr so nötig oder kann sich anderweitig beweisen. wird zeit, wieder den freud-kurs zu besuchen o.O.

  3. Ute 8. Januar 2007

    Ich habe mir das mit den Vorsätzen längst abgewöhnt. In drei Wochen weiß sowieso keiner mehr irgendwas von Vorsätzen, die fallen den Leuten immer erst kurz vor Jahreswechsel wieder ein – und dann aber…
    Nein, keine Vorsätze! Wenn ich was ändern will, brauche ich dazu keinen Jahreswechsel!

  4. Beier 8. Januar 2007

    Leute, Vorsätze sind was wunderbares – man kann selten sein Gut-Menschen-tum in so großer Gesellschaft verkünden – ohne Konsequenzen irgendeiner Art….

    🙂

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