Fetisch-Möbel oder: Der Teufel kommt aus Schweden

2050345Man sollte gar nicht glauben, wie perfide die S/M-Fetischisten sind. Die kommen nicht nur auf die Idee, einen japanischen Scherz zu nehmen und daran Westeuropäer krepieren zu lassen. Auch das tägliche Leben haben die Gummiunterhosenträger fest im Griff. Zum Beispiel: die Handelskette IKEA vertickt öffentlich Folterwerkzeug.
Als Beispiel das abgebildete Bett, Meldal. Speziell entworfen, damit das aufs-Bett-setzen die letzte bequeme Handlung ist. Den Rest der Nacht verbringt man damit, in den kalten Gestell verfangene Gliedmaßen VORSICHTIG zu befreien.  Jede Bewegung wird schnell in blaue Flecken und verrenkte Gelenke übersetzt.

Offensichtlich hat die Person, die das Bett entworfen hat, noch nie in einem Bett geschlafen. Und wer schläft bekanntlich nicht? Genau, Old Nick, der Teufel. Denn nur der kommt auf die Idee, an dem Ende, wo man den Fuß ausstrecken würde, ein gebogenes Abschlussstück anzusetzen. Man legt den Fuß ab, dieser rutscht langsam, nahezu unbemerkt in die Klemme. Wenn der unruhige Schläfer dies bemerkt und erschrickt, versucht er natürlich sofort, die Gliedmaße zu retten.
Also den eingeklemmten Fuß – und den mittlerweile ebenso verdrehten und in der Bredouille steckenden Arm, den man vertrauensselig durch die Stäbe gesteckt hat. Im Endeffekt wacht man dann mit einem Schmerzensschrei auf und liegt bis zu Morgen wie ein wimmerndes Häufchen Elend in Fötal.Stellung in der exakten Mitte der Matratze. Und hofft auf einen baldigen Sonnenaufgang, und das die Welt noch nicht untergegangen ist.

4 Comments

  1. göschle 25. Dezember 2008

    Ich wollte mir das auch mal kaufen. Bis ich festgestellt habe, dass man als Erwachsener auch ab und an zu zweit in einem Bett schläft…
    Aber den andern kann man zwischen die Gitterstäbe weben. Bleibt der auch schön g’schmeidisch 😉

    Achso ja: Frohe Weihnachten

  2. Beierlein 25. Dezember 2008

    Ja, danke für die Wünsche – Aber ehrlich: Autoerotik mit unfreiwillig-masochistischem Anteil ist unteroptimal.

    Übersetzt: Wenn dein Ellbogen dich an das Brechen des Truthahnschenkels erinnert, willst du mit dem Arm nix anderes mehr machen 😉 Dein Arm wäre komplett durchgestreckt werden, und sogar die Gelenke des Hr. von Reinhardstoettner wären einer harten Prüfung unterzogen worden,

    Aber fürs geschmeidig habe ich ja ich 😉
    Noch 28 Minuten, wenn ich mich recht erinnere…

  3. Die Einfache Süddeutsche Hausfrau 27. Dezember 2008

    Vorschlag für den Notfall: In einen Schlafsack oder in den Bettbezug schlüpfen – nach dem Versuch bitte Bericht an mich! Gibt es bei IKEA eigentlich auch Schlafsäcke?
    Dann möchte ich diesen Beitrag bitte als Werbegag honoriert bekommen!
    Guats Nächtle!

  4. Beierlein 1. Januar 2009

    Nächstes Mal mit Sicherheit. Oder ich leg mich einfach gleich raus aufs Sofa 🙂

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