Jugenforscht, Teil zweihundert: Der vielleicht letzte Beitrag

Um das Leben spannend zu halten, gibt es zwei gleichwertige Ansätze: Dummheit und Rationalisieren.

Zuerst zur Dummheit:

Man kaspert im Wohnraum umher, schiebt diese hierhin und jenes dorthin. Man findet ein Buch (Keine Ahnung, warum es zwischen den Winterklamotten war. Vermutlich kaltherzige Lektüre, die ich eiskalt weggelegt und dann vergessen habe. Dabei findet man das Geschenk für eine Person, und beschließt, aus dem vergessenen Geburtstagsgeschenk ein verspätetes Weihnachtsgeschenk zu machen.

Aber weil man mittlerweile Hunger hat, bereitet man kurz mal das Abendessen zu, und zwar die Pizza. Also Hände waschen, Zeug raus, Go. Noch mal zurück ins Zimmer, Musik lauter. Dort liegt das Geschenk in Spe. Also: Zeitung raus, Klebeband dazu, wickeln. Dann zurück zur Pizza, Teig raus, aufs Blech damit, Tomatenzeug drauf, Thunfisch, eine Portion Gewürz, bisserl Käse, zu klappen. Soll ja ’ne Calzone werden. Bevor man das Ding in den Ofen schiebt, bemerkt man die Schwarzen Flecken, die man mit den Fingern voller Druckerschwärze hinterlassen hat.

Als gelernter Bäckergeselle mit Gesellenschein ist das mittlerweile die volle Wucht meiner Handwerksausbildung. Gruß an meine Lehrmeister, stirb beim Scheißen.

Jetzt der zweite Spannungsansatz: Rationalisieren.

Als Onlinejournalist ( ja, so heißt der Studiengang immer noch. Über den Ausruf „Unglaublich!“ werde ich mich demnächst auslassen – aber erstmal aus dem Semester raus, der offene Diskurs ist deren Sache nicht) muss man ja auch dem Print seinen Tribut zollen. Also habe ich nun, als Warnung vor Italienischen Verhältnissen (Silvio und so, muss ich nicht ausführen) das Symbol der klassischen Medien (Druckerschwärze) nach italienischem Vorbild (Pizza) einverleibt (No way, das ich ne Pizza deswegen wegwerfe!!) und werde damit der Pflicht des Internetjournalismus gerecht (wer sich das nicht denken kann: Fragt euren Nachbarn, das er das nächste Mal für euch zur Wahl geht, das bringt bei euch nix mehr! )

Und somit habe ich es mir auch an diesem unplanmäßig freien Samstag Abend das Pfadfindermotto Kreuzberg-Süd angeeignet: Einmal Bullshit pro Tag, aber in die vermutlich richtige Richtung! Und falls ich jetzt also an Druckerschwärze sterbe:

Stirb, Print! Stirb!

P.S Falls der Twitterfeed und der Blog morgen gar nichts auswerfen, könnte dann jemand nen Krankenwagen vorbei schicken?

Comments are Disabled