Morgen in der Schlacht denk an mich

Weil es einer bestimmten Person so gef�llt: Eine Passage aus Javier Marias „Morgen in der Schlacht denk an mich“
Es gibt Dinge, die man sofort erfahren mu�, um nicht eine einzige Minute in dem Irrglauben durch die Welt zu laufen, die Welt habe sich nicht ge�ndert. Es geht nicht an zu glauben, alles sei so, wie zuvor, wo doch schon alles anders ist oder sich eine Wende vollzogen hat, und es stimmt, dass es uns sp�ter unertr�glich ist, eine zeitlang in einem Irrtum befangen gewesen zu sein. Wie dumm war ich, denken wir, und eigentlich d�rfte es uns nicht so schmerzen. Sich t�uschen oder get�uscht werden ist leicht, ja mehr noch, es ist unser naturgegebenes Los: Niemand ist frei davon, und niemand ist deshalb dumm, wir sollten uns nicht verbittern. Trotzdem erscheint es uns untragbar, wenn wir es schlie�lich erfahren. Was uns zu schaffen macht, was uns schlimm vorkommt, ist, dass die Zeit, in der wir uns etwas vorgemacht haben, sich in etwas Befremdliches, Schwebendes und Unwirkliches verwandelt, in so etwas wie einen Zauber oder Traum, den wir aus unserer Erinnerung bannen m�ssen. Auf einmal ist es so, als h�tten wir diese Zeitspanne �berhaupt nicht erlebt, nicht wahr? Als m�ssten wir uns diese Geschichte noch einmal erz�hlen oder ein Buch noch einmal lesen, und danach glauben wir, wir h�tten uns anders verhalten oder diese Zeit, die uns pl�tzlich wie der Vorhof zur H�lle erscheint, anders genutzt. Das kann uns zur Verzweiflung bringen. Au�erdem ist eine solche Zeit nicht der Vorhof zur H�lle, sondern die H�lle selbst.

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