Ostern

Ostern ist früh, dieses Jahr.
Sagt man zumindest.
Das Ostern ja jedes Jahr nach derselben Formel berechnet wird (Der Erste Sonntag nach dem Ersten Frühlingsvollmond – immer dasselbe!) interessiert keinen. Aber mal zu Ostern an sich: Was war da doch gleich?
Die Wikipedia sagt:
Zu Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu vom Tod, wie sie durch die Bibel überliefert wird. Nach christlicher Glaubensüberzeugung ist Jesus am Karfreitag ans Kreuz geschlagen worden, gestorben und am Ostersonntag von den Toten auferstanden. Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Der Karfreitag gilt als der höchste Feiertag der protestantischen Christen, da „Jesus die Menschheit damit von der Erbsünde erlöst hat“. Für Katholiken, Orthodoxe und viele andere christliche Konfessionen ist Ostersonntag der höchste Feiertag. Für sie ist besonders wichtig, dass „Jesus durch die Auferstehung den Tod besiegt hat“. Mehr als bei anderen Festen christlicher Herkunft sind viele der zu Ostern praktizierten Bräuche und verwendete Symbole heidnischen oder volkstümlichen Ursprungs. Beispiele dafür sind Osterhase, Osterei oder Osterfeuer. Die volkstümlichen Traditionen haben in vielen Familien höhere Bedeutung als der religiöse Hintergrund.

OK, das muß ich jetzt nicht verstehen, solange mir jemand einen Schokohasen schickt.

Und um beim Thema zu bleiben: Verstehen tu ich ja von organisierter Religiösität praktisch nix, und spirtuell veranlagt bin ich in dem selben Maße, wie eine Kuh, die auf einem Baum sitzt, vogelgleich ist. Aber die Frage, die sich mir immer aufdrängt: Wieso gehen die Leute da in Kirchen oder werden zu Weihnachten ganz hektisch,um noch einen guten Platz in der Christmette zu kriegen?

Sogar ich als Laie habe mitbekommen, das „Gott allwissend, allmächtig und allsehend“ ist, sozusagen Omnipotent (Obwohl ich mir jetzt hier mal jeden Viagrawitz verkneifen möchte, um niemandes Religiöse Gefühle zu verletzten, was ich soweiso nicht vorhabe, mir fallen bloß da halt ein paar Sachen auf..) und dann muß man wie in eine Telephonzelle (für die Jüngeren: Handys gibts noch nicht so lange….) rennen, um nach oben zu sprechen (oder nach unten, wenn man Satanist ist, aber das klammere ich hier mal aus, ich vermute nämlich stark, das Satanisten nur Satanisten sind, weil sie glauben, das schwarz schlank macht) anstatt das irgendwo anders zu tun, wo man nicht vom Weihrauch high wird oder sich auf einem Büßerbrett (Egal welche Sünde man begangen hat: Kirchenbänke sind eine ausreichende Strafe für alles!) selbst bestraft.

Schwierig an der ganzen Sache ist aber, das man nicht darüber sprechen kann – 90% der Leute, die „Religiös“ sind (oder sich zumindest als religiös bezeichnen), mit denen ich mich unterhalten habe, reflektieren ihre Religiösität nicht – und im Endeffekt läuft dann alles auf ein „Weil’s halt so ist, du Ketzter!“ raus.

Schade eigentlich. Obwohl ich ja diesbezüglich die Religion als „Vererbtes Verhalten“ mal scharf kritisieren muß – meiner Erfahrung nach (wer da mehr weiß, kann mich gerne eines Besseren belehren) hatte nur ein sehr geringer Anteil der Gewohnheits-Kirchgänger jemals ein spirituell prägendes Erlebnis.

Trotzdem ist diese Religiösität eines der verwundbarsten Gebiete der Menschliche Seele: Wer da (so wie ich) nachfragt und kritisch nachfragt, wird bald bemerken, das auch oder vielleicht besonders vermeintlich liberale Persoenn hochnotbeleidigt sind, wenn man versucht, diese Denken mit mehr oder minder rationalen Mitteln nachzuvollziehen. Und trotzdem daran zu glauben – da fällt mir nur noch Huxley aus Eyeless in Gaza.ein:

Welchen Zweck hat eine Philosophie, aufgebaut auf einem Axiom, das nicht die Rationalisierung der menschlichen Gefühle ist?
Wenn man niemals ein religiöses Erlebnis hat, ist es Torheit an Gott zu glauben.
Man könnte genausogut an die Vortrefflicheit von Austern glauben, wenn man sie nicht essen kann, ohne das einem davon übel wird.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Eier suchen, bemalen, essen, kraulen…

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