Robert Gernhardt ist tot.

Robert Gernhardt ist tot.

„Wir können Goethes, Schillers, Klopstocks Hinscheiden durchaus verschmerzen, solange nur Robert Gernhardt uns nicht genommen wird.“ schrieb Hubert Spiegel von der FAZ und so ungern ich es sage, er hat Recht.

Paulus schrieb an die Apatschen:
Ihr sollt nicht nach der Predigt klatschen.
Paulus schrieb an die Komantschen:
Erst kommt die Taufe, dann das Plantschen.
Paulus schrieb den Irokesen:
Euch schreib ich nichts, lernt erst mal lesen.

Robert Gernhardt ist tot.

Er starb mit 68 Jahren nach langer Krankheit am Freitagmorgen in Frankfurt am Main. Gernhardt war einer der wichtigsten Lyriker der deutschen Nachkriegszeit, der jenseits aller Richtungen als Drehbuchautor, Zeichner, Cartoonist, Satiriker, Schriftsteller und Lyriker erfolgreich und geschätzt war.

Robert Gernhardt ist tot.

Ich vermisse ihn schon, und nachdem vor kurzem Györgi Ligeti in die Ewigen Jagdgründe übersiedelt ist (worüber ich nicht geschrieben habe, weil man das Wissen um Ligeti heute leider nicht mehr voraussetzen kann, wie ich geschockt festgestellt habe..) Mit Gernhardt wird es ähnlich sein, und die Spirale der Verdummung schreitet voran.

Robert Gernhardt ist tot.

Und das letzte Wort :

Lieber Gott, nimm es hin,
daß ich was Besondres bin.
Und gib ruhig einmal zu,
daß ich klüger bin als du.
Preise künftig meinen Namen,
denn sonst setzt es etwas.

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