Monthly Archives: Juni 2006

Wohin mit dem Nazi?

Das hat man jetzt davon, wenn man die unzufriedenen Ossis ohne Aufsicht wählen lässt: Die wollen einfach nur den Sozialismus zurück, sogar wenn dieser National ist. Keine Frage, wir im Westen wissen es natürlich besser und planen schon eifrig wie wir wieder den Lebensraum im Osten sichern können.

Schon zweimal lag Deutschland in der Hand von Rechtsradikalen, und nicht jedesmal ging es so glimpflich aus wie 1998, als sich die CDU nach 16 Jahren Regime abwählen lies. Nur 53 Jahre davor musste Deutschland auf externe Hilfe beim Regierungswechsel zurückgreifen und auch dass nur mit Inkaufnahme eines gewissen Kollateralschadens von 110 Millionen Toten.

Ein Verbot der NPD scheint die Lösung zu sein, nur ist es nicht so einfach eine Partei, die immerhin demokratisch gewählt wurde, zu verbieten. Dies hat verschiedene Gründe, aber vermutlich hauptsächlich, das zum Beispiel ein einfaches Verbot von Dummheit dazu führen würde, dass sich die Bevölkerungszahl der Bundesrepublik mit einem Schlag halbieren würde. – Und das private Fernsehen hätte plötzlich Einschaltquoten im Promillebereich.

NPD РDas sind die b̦sen Rechten
Für viele ist es überraschend, dass sich ausgerechnet die Christdemokraten so vehement im Kampf gegen den rechten Aussenseiter mitmischen, da sich CDU und CSU im Allgemeinen selber nicht zu schade waren, mit ähnlichem Niveau und Inhalt wie die NPD auf Wählerfang zu gehen.

CDU/CSU – Das sind die guten Rechten
Zum einen wäre natürlich das von Franz-Josef Strauss ausgegebene Dogma, dass es keine Partei rechts von der CSU geben dürfe, und zum anderen wissen die Christdemokraten, ein Dummheits-Verbot würde zwar die NPD in die Geschichte eingehen lassen, aber auch der CDU und CSU für Jahre jede Chance auf einen Wahlsieg vermauern. So wird nun, hinter verschlossenen Türen, versucht ein anderes Verbots-Gesetz nach christdemokratischen Wünschen zu formen, dass die eigene Partei und den eigenen Wählerstamm unangetastet lässt, denn schon Otto von Bismark hatte gesagt: „Mit den Gesetzen ist es wie mit den Würstchen. Es ist besser, wenn man nicht sieht, wie sie gemacht werden.“ Dafür gab es dann allerdings auch nur den Bismarck-Hering und es stellt sich die Frage: Haben wir nun wirklich etwas weniger ekliges oder einfach nur eine besser erhaltene Leiche?

Da liegt aber wahrscheinlich die Lösung verborgen: Man schiebt der NPD ein paar Morde unter, das hilft zwar keinem Verbot aber die anderen Parteien können sie schonmal einsperren und sind so ihre Probleme los. Und schlussendlich klärt sich auch was der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler (der reichlich unfit wirkt, dieser Tage) mit der Aussage meinte, dass die Unionsspitze über Leichen geht.

Bundesbahn-blues

Ich hab den Blues, den Blues
weil ich Bahnfahren muß.

Der Fahrer ruft nicht an
Taxi ich mir nicht leisten kann…

Ok, ich hör schon auf.
Aber ernsthaft: wie kann man sich noch über Strecken fortbewegen? Bahn ist schweineteuer und unpraktisch (8,9-mal umsteigen, das ist Standard, unfreudliche Schaffner und keine Raucherabteile – Yaeh, das muß die Service-Offensive sein, von der sie gesprochen haben. Mitfahrgelegenheiten sind auch nicht das Wahre, weil was nicht von den Pendlern ins Land der Ostgoten abgedeckt wird ist mager – da kommt zwar die Umkreissuche gut zum Einsatz, aber naja.

Eigenes Auto? Schön wärs, aber würde der Blog so Billig aussehen, wenn ich mir das leisten könnte? Mietwagen ist ’ne Alternative, aber das habe ich mir diesmal Selbst versaut – den Führerschein in Darmstadt liegen lassen.. Ganz großer Sport, wie Ferdi sagen würde. Ich sag, Dummheit tut weh. Und billig ist es auch nicht.

Ich hab den dumm und billig Blues,
weil ich Mediamarktwerbung sehen muß
die ist so dumm das es wehtuuuut
und wer die Kunden sieht, den verläßt der Muuuut

Das Bett ist voll.

Nachdem das jetzt durch alle Blogs geistert, kommt hier die Liste der Fünf Berühmtheiten, mit denen ich mal eine Nacht verbringen würde – ohne Zeitliche Begrenzung.

1. Keri Russell (Irgendwo zwischen Felicity und Rothenburg doch die Perfekte Fau)
2. Michelle Pfeiffer (Wie sie in Frankie and Johnny war… Seufz..)
3. Elisabeth Hurley (und sei es nur, um dieses wunderbare Englische eine Nacht zu hören…OK, da könnte man auch Jimmy Carr verwenden, aber das würde hier zu weit führen)
4. Lyssa (wer so bloggt, ist einfach im Olymp vertreten)
5.Jaqueline Bisset (in Casino Royale – mit dem Hemd und Peter Sellers….)

Ach ja, und die Ehrenplätze: Babs, Flo, Steffi, Pia, Pat . . sind halt keine Celebritys.
Andere Listen?

Klarkjeff
Die Outsiders (ob die Beiden dann teilen?)
Die Gosch
Sxuly

db_Babs_00141

Badische Lauchsuppe

Nachdem das letzte Rezept, das ich irgendwo rausgehauen habe eine
Maikäfersuppe war (Danke nochmal, Becca!), hier eine meiner Absoluten
All-time-Favourite-Suppen:

2-3 Stangen Lauch
+ 80 – 100 gr Speck
+ 1 EL Butter
+ 1 Glas TrockenerWeisswein
+ 1 1/2 – 2 L Brühe
+ 1 Becher Saure Sahne
+ 1 Eigelb
+ Salz /Pfeffer
+ evtl. Reibekäse

Lauch fein schneiden und in Butter andünsten
dann mit Brühe und Wein aufgiessen und mit Salz und Pfeffer köcheln lassen, bis der Lauch weich ist.

Jetzt den Speck rein, mit Wein abschmecken.

Sauerrahm und Eigelb zur Nicht mehr kochenden Suppe,
verrühren,
NICHT MEHR AUFKOCHEN!
Käse drübertun.
Fertig.

Der „Has isch über’d Höh“
Mund auf und rein damit!
Und das ist dann genau das, was ich mir unter einer leckeren Suppe vorstelle.

p.s: Es wird geraten, den Konsum auf weniger als 5 Liter pro Tag und Person einzuschränken…

Re-launch

Wir hatten ja dieses Semester Projektanagement. Und da war dauernd von Multimediaprojekten die Rede , habe ich jetzt auch etwas mit einem „hard launch“ in die Welt gebracht. Kick-Off war heue morgen um 8 Uhr, Definitionsphase war um 10 Uhr vorbei und jetzt isses soweit…. TADAAAAA!!!!!

p.s: sorry wegen der dummen aglizismen, die scheinen da dazuzugehören….

Es geht mich nichts an! – Gunkl

Eine dieser Errungenschaften ist die Trennung von Privatem und Öffentlichem.
Die Trennung von Privatem und Öffentlichem ist ein Kulturgut; vielleicht nicht so offensichtlich wie die Demokratie, aber bestimmt so wichtig wie ein Mindestmaß an Umgangsformen. Es ist wichtig, daß man sich bei seinen Gefühlsäußerungen aussuchen kann, wer sie sieht, und genauso wichtig ist es, daß man sich aussuchen kann, wessen Gefühlsäußerungen man sich anschaut.

Ich denke, jeder Mensch hat soviel Anstand, daß er nicht auf eine fremde Hochzeit geht, sich neben das Brautpaar stellt und das Brautpaar anglotzt, um eine Gefühlsregung zu sehen. Niemand würde es wagen, auf irgendein Begräbnis zu gehen, nur um jemanden weinen zu sehen.

Das Fernsehen und manche Zeitschriften tun aber genau das. Ich möchte den aufklärerischen oder zumindest informativen Aspekt von Kriegsberichterstattung einmal ausklammern. ich rede davon, daß sich das Fernsehen selbst zu den Eltern von irgendwelchen Skirennläufern nach Hause einlädt, und diesen Eltern beim Hoffen und Bangen zusieht, und zwar ganz genau und ganz nah zeigt mir die Kamera jemanden, den ich nicht persönlich kenne und der vor allem mich nicht kennt, bei tiefsten Empfindungen. „Jössas, Mama, da Bua!“-

Es geht mich nichts an!
Mich und alle Fernsehzuschauer geht das nichts an! Manche Zeitschriften durchwühlen sogar den Hausmüll von Prominenten, und drucken den dann viefarbig und kommentiert ab, oder sie photographieren diese Menschen beim Austausch von Zärtlichkeiten und bezeichnen das dann als schamlos(Muß man sich ja einmal vorstellen, aus tausend Metern Entfernung mit einem Wahnsinnsteleobjektiv photographieren die jemanden, der davon nichts weiß, in seinem Privatbereich und empören sich dann, der Photographierte wäre schamlos!). Es gibt auch Fernsehsendungen, in denen Menschen eingeladen werden, sich bis an die Grenzen ihrer körperlichen Belastbarkeit zu verausgaben, und weil es dabei um viel Geld geht, tun die das auch. Und die Kamera drauf! „Kein doppelter Boden, alles echt! Diese Paar hier hat nicht gewonnen! Sie können nicht nur kaum noch atmen, nein!, sie sind auch richtig verzweifelt!, das seh´n wir uns jetzt ganz genau an, sowas sieht man nicht alle Tage!“ – Um jemandem in Momenten des Glücks oder der Verzweiflung so nahe sein zu dürfen, muß ich mit ihm in die metaphorische selbe Sandkiste geschissen haben!

Natürlich wird da eingewendet, das ist eben die Wirklichkeit und das wahre Leben, s wird nur gezeigt, was wirklich ist. Einen Scheißdreck! Dieser Authetizitätsanspruch ist genauso verlogen wie blöde; Jeder, der irgendetwas untersucht, wird begreifen, daß die Untersuchung nicht ihr Ergebnis beeinflussen darf. Wenn ich von jemandem die Herzschläge zählen will, ist es schlecht, wenn ich ihm dafür die Brust aufschneide. (Ein bißchen besser, aber immer noch falsch ist es, wenn sich der untersuchende Arzt mit einer Kettensäge den Weg ins Behandlungszimmer bahnt).

Das Fernsehen zeigt nicht das wirkliche Leben, sondern Dinge, die es gar nicht gibt, wenn das Fernsehen nicht inszeniert. Aber das ist nur ein methodologischer Einwand, worum es mir geht, ist folgendes: Auch und gerade beim geheimen und verstohlenen Beobachten werden Schamgrenzen gebrochen, die in unserem Kulturkreis seit der Abschaffung des Prangers Gültigkeit und Richtigkeit haben. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Worte von Johann Krankl;“ Das Privatleben ist Privat und soll auch privat bleiben.“

Es ist eben eine Frage des Respekts vor einem Menschen, daß man sich nicht vor jemanden, der weint oder sich im höchsten Glück ergeht, hinstellt und ihn dabei beobachtet nur so, aus Lust am Schauen. Und es ist egal, ob da ein Bildschirm, oder Bedrucktes Papier dazwischen ist. Ein möglicher Einwand wäre noch:“ Ja, die Leute wollen das eben sehen, wenn jemand wirklich weint, oder vor Aufregung außer sich ist, den Leuten ist auch scheißegal, ob der betreffende eine Privatsphäre hat, die Leute wollen echte Tränen sehen, die Filmtränen reizen doch niemanden mehr!“ – Einem Rauschgiftkonsumenten, der in diesem Stadium ist, würde ich sagen:

„Es ist Zeit für einen Entzug.“

Gunkl im Netz

gunkl.jpg

'